Sport- und Freizeitaktivitäten mit der Outdoor Kamera

"Statt bei Makro- und Highspeed-Experimenten im heimischen Kellerstudio zu versauern, können Fotografen endlich wieder die Nase in die frische Luft stecken und dabei Bilder von Landschaften und der Natur machen.  "

Fotografieren bei Wind und Wetter

Wer sportlich aktiv ist, dem bieten sich noch viel mehr Motive. Das Problem ist nur, dass für Fotoaufnahmen auf dem Fahrrad oder beim Wandern möglichst wenig Fotogepäck den Anwender belasten sollte und die teure Kameraausrüstung je nach „Härtegrad“ der Sportart auch zu empfindlich sein kann. ln diese Bresche springen so genannte Outdoor-Kameras. Sie sind in der Regel sehr kompakt, leicht und zudem gegen viele Unwägbarkeiten geschützt. Regen, Sand, Schmutz, Kälte oder auch Stürze vertragen sie, weil ihre Gehäuse gezielt für Freizeitaktivitäten im Freien konzipiert wurden. Selbst zum Tauchen sind die meisten Modelle geeignet. Wer es noch ein wenig ruppiger angeht, für den bieten sich die Action-Kameras an, die als eine Spezialgruppe unter den Outdoor-Lösungen aufgeführt werden müssen. Diese Webseite bietet Ihnen Informationen rund um Kameras speziell für draußen, über die Modelle von diversen Herstellern sowie technische Spezifikationen.

 

Stabilität und Schutzkonzepte

Stabilität und Schutzkonzepte

Outdoor-Kameras gehören grundsätzlich zu den Kompaktmodellen. Der Fotograf findet an ihnen in der Regel alle Merkmale und Funktionen, die er auch von seiner normalen Kompakten für die Alltagsfotografie kennt. Doch es gibt wichtige Unterschiede: Zunächst einmal ist das Gehäuse der Outdoor-Spezialisten deutlich stabiler als das der herkömmlichen Modelle. Vielfach kommt ein Metallchassis zum Einsatz, sodass die Kamera durch eine sehr stabile Hülle geschützt wird. Außerdem sind die Ecken bei vielen Modellen mit zusätzlichen Kunststoffpuffern gesichert, sodass sie sogar einen Sturz vertragen, ohne Schaden zu nehmen. Der Grad der Stabilität wird in den technischen Daten mit einer garantierten Sturzhöhe angegeben. Normalerweise überstehen die Outdoor-Kameras einen Fall aus 1,5 bis zwei Metern, was auf den ersten Blick nicht viel erscheint, aber einem üblichen Sturz aus der normalen Aufnahmehöhe in der Hand des Fotografen entspricht.

Erstaunlich ist dabei auch nicht so sehr die Stabilität der Außenhülle, sondern die Tatsache, dass hier ein hochempfindliches System mit filigraner Elektronik und feinst mechanischen Elementen zu Boden fällt. Zu den empfindlichsten Elementen einer solchen Kamera gehören zum Beispiel das justierbare Linsensystem, die verstellbare Blendenöffnung sowie das aus elektronischen und mechanischen Bauteilen aufgebaute Verschlusssystem. Die durch den Aufprall selbst aus der geringen Höhe entstehenden, extremen negativen Beschleunigungskräfte (ruckartiges Abbremsen durch den Aufprall) bedeuten normalerweise für diese Kamerateile das Ende.

Einige Hersteller geben zudem eine Druckfestigkeit an: So sollen ihre Produkte eine Belastung mit einem Gewicht von bis zu 100 Kilogramm aushalten, sodass man sich sogar auf eine auf dem Boden liegende Kamera stellen könnte. Um ihre ebenfalls sehr empfindlichen Optiken zu schützen, ist bei den Outdoor-Modellen das Objektiv immer komplett in das Gehäuse integriert. Selbst beim Verstellen der Schärfe und der Brennweite (Zoom) verbleibt es dadurch geschützt in der Kamerahülle. Einige besonders kompakte Kameras nutzen dazu ein senkrecht in sie eingebautes Objektiv, das das Bild über ein Spiegelsystem von der an der Vorderseite angebrachten Frontlinse empfängt und nach unten auf den Sensor umlenkt. So können sie statt der flachen Gehäusetiefe die gesamte Kamerahöhe für den „Objektivauszug“ und eine Linsenverstellung zur Brennweitenänderung nutzen. Die Optik bleibt dabei gut gesichert.

Tauchen mit der Unterwasserkamera

Tauchen mit der Unterwasserkamera

Die vielleicht wichtigste Besonderheit der Outdoor-Kameras sind die sorgfältig abgedichteten Gehäuseteile, Funktionsschalter und Deckel. Rein äußerlich wird das schon an der Klappe, über die man Zugang zum Akku und zur Speicherkarte hat, sichtbar. Auch an den Abdeckungen der Anschlüsse (USB, HDMI) ist das für den Anwender erkennbar. Die Anzahl der Kameraöffnungen selbst bleibt auf ein absolutes Minimum beschränkt. lm direkten Vergleich zu einer normalen Kompakten wirken die Schutzdeckel schon auf den ersten Blick viel dicker, sind wie das Gehäuse meistens aus Metall- statt Kunststoffbauteilen aufgebaut und zudem sehr fest verriegelt.

Hier finden sich O-Ring- und Moosgummi-Systeme, sodass der Anwender beim Schließen der Kamera am deutlichen Gegendruck spürt, dass umfangreiche Dichtungen zum Einsatz kommen. Dank dieser Gummidichtungen sind die Apparate nicht nur gegen Spritzwasser, Regen und auch Schnee geschützt, sondern können in vielen Fällen auch ohne zusätzliches Unterwassergehäuse für Tauchgänge genutzt werden. Der Grad der Abdichtung beziehungsweise die maximale Tauchtiefe wird von den meisten Kameraherstellern mit den International Protection Codes, kurz „IPX" angegeben, die in der DIN 40 050 ihre deutschen Pendants finden. So entspricht etwa IPX2 dem Schutz gegen Tropfwasser, das auch bei 15 Grad geneigter Kamera nicht in dessen Nahtstelle eindringen darf.

Es stellt damit allerdings nur einen Schutz vor etwas stärkerem Regen dar, was viele hochwertige Spiegelreflexkameras ohnehin erreichen. Echte Outdoor-Modelle dagegen können mehr: Die Nikon Coolpix AWi10 etwa ist gemäß IPX-Stufe 8 gegen dauerhaftes Untertauchen abgedichtet und kann bis zu einer Tauchtiefe von maximal 18 Metern eingesetzt werden. Das ist genug für die meisten Hobbytaucher und reicht erst recht für alle Wassersportarten oder für Fotos im Hotel-Pool aus. Der große Vorteil der Outdoor-Kameras unter Wasser: Weil sie ohne ein spezielles Zusatzgehäuse auskommen, lassen sie sich bei den Tauchgängen ganz genauso wie an Land bedienen. LC-Monitor, Blitzlicht und Funktionstasten sind einsetzbar und sorgen für eine komfortable Handhabung - und damit letztlich für bessere Bilder. Die komplette Integration des Objektivs in das Gehäuse hilft der Kamera übrigens auch bei der Unterwasserfotografie, da die Nahtstellen auf ein Minimum, sprich: auf die Frontlinse beschränkt bleiben.

Robustes Design und leuchtende Farben

Der größtmögliche Schutz vor Stürzen und vor dem Eindringen von Wasser hat natürlich auch Auswirkungen auf das Design der Outdoor Kamera. Die Anzahl der Funktionsschalter ist reduziert. Zudem fehlen vielfach Einstellräder, stattdessen erfolgt die Steuerung durch ein abgedichtetes Tastenfeld für die Navigation im Kameramenü oder die Einstellparameter wie etwa die ISO-Lichtempindlichkeit. Um die Bedienschritte noch weiter zu reduzieren, helfen die Kameras mit zusätzlichen Automatiken. Motivabhängige Belichtungsprogramme zum Beispiel für Schnee oder Unterwasser, unterstützen den Anwender noch zusätzlich. Die Fähigkeiten der Kameras werden zudem von den meisten Herstellern äußerlich in der Form- und Farbgebung betont.
So sieht beispielsweise die Pentax WG-3 GPS fast martialisch aus und unterstreicht diesen Eindruck durch ein Äußeres, das auf Wunsch durch militärisches Olivgrün aus dem Rahmen fällt. Auch Nikons AW-110 ist in einer Camouflage-Bemalung erhältlich, um im Dschungel als „Tarnkamera” zu dienen. Andererseits sind viele Outdoor-Produkte weiterer Hersteller wie Olympus oder Fujifilm in leuchtenden Signalfarben wie etwa Orange zu haben. Das hilft, eine während der Skiabfahrt auf der grellweißen Piste verlorene Kamera schnell zu erkennen oder sie im bläulichen Licht eines Swimmingpools sehen und somit im Notfall besser finden zu können. Welche Art des Designs man mehr schätzt, bleibt aber letzlich immer dem persönlichen Geschmack überlassen.

Kälteresistenz von Outdoor-Kameras

Kälteresistenz von Outdoor-Kameras

Sollte der Frühling wider Erwarten immer noch nicht so richtig begonnen haben, besitzen die Outdoor-Kameras einen weiteren Vorteil. Sie sind weitgehend kälteresistent, wobei die Hersteller in der Regel eine Einsatzbereitschaft bis minus zehn Grad garantieren. Das klingt angesichts aktueller Wintertemperaturen von minus 15 bis minus 18 Grad zu wenig, gilt aber praktisch für das Durchfrosten der ganzen Kamera. Die neue Olympus TG-2 etwa konnte Alltagstest nach einer dreistündigen Lagerung in einer vereisten Schneewehe problemlos genutzt werden. Bei einem Auto hätte man davon gesprochen, dass es "sofort ansprang".

Ein Spaziergang bei eisigem Wetter, bei dem die Kamera in der Jackentasche transportiert wird und nur kurzfristig für Aufnahmen hervorgeholt wird, ist dagegen selbst bei knapp 20 Minusgraden mit diesen Kameras machbar. Zu beachten ist nur, dass ähnlich wie bei Brillenglasern der Wechsel in das warme Zuhause zu einem Beschlagen der Frontlinse und des Kameragehäuses führt. Dann muss man der Kamera einfach ein wenig Zeit lassen, um sich der Umgebungstemperatur wieder anzupassen, oder man kann den Beschlagnebel mit einem weichen Tuch abputzen.

Zusatzfunktionen mit Mehrwert

Wer Outdoor-Kameras auf einer längeren Wanderung einsetzen will, wird ein weiteres Merkmal dieser Modelle schnell zu schätzen wissen. immer mehr von ihnen sind mit einem GPS-System ausgerüstet. Dadurch können die Koordinaten des Aufnahmeorts bei jedem Foto direkt in der Bilddatei gespeichert werden. Das Nachvollziehen der Tour ist später am heimischen Rechner ein Kinderspiel. Außerdem lassen die GPS-informationen ein Sortieren der Bilddaten nach Zeitpunkt und Ort der Aufnahme zu, was etwa die Erstellung eines Fotobuchs oder einer Diashow vereinfacht.
Einige Kameras bieten sogar eine Kompassfunktion, um die Aufnahmerichtung zu bestimmen. Für eine echte Navigation durch die alpine Bergwelt ist sie allerdings nicht wirklich sinnvoll einsetzbar. Inzwischen werden auch mehr und mehr Outdoor-Kameras mit WiFi-Funktionen ausgerüstet. Damit können sie etwa von einem Smartphone per Funk fernausgelöst werden, was bei der Tierbeobachtung hilfreich ist. Üblicherweise wird das elektronische Sucherbild auf das LCD des Telefons übertragen, sodass man damit ausgesprochen komfortabel arbeiten kann.

Sondermodell Action Kamera

Sondermodell Action Kamera
Hinter dem martialischen Design der brandneuen Nikon AW-110 verbirgt sich modernste Technik, die in ein wasserfestes, für Tauchgänge bis 18 Meter Tiefe geeignetes Gehäuse verpackt ist.

Neben den Outdoor-Modellen gibt es eine noch weitergehender spezialisierte Gruppe, die für Sport- und Freizeitaktivitäten nutzbar ist. Die so genannten Action-Kameras sind auf noch geringeres Gewicht und kleinere Gehäusemaße getrimmt. Dadurch lassen sie sich etwa auf dem Fahrradhelm befestigen, ohne dass dies den Sportler stören würde. Außerdem ist häufig das Kontrollmodul mit dem LC-Monitor abnehmbar, sodass die Kamera wirklich nur noch aus Objektiv, Aufnahmeeinheit mit Bildsensor und Speicherkarte sowie dem Auslöser besteht- und somit noch einmal leichter wird.

Vielfach werden die Kameras mit reichlich Zubehör geliefert, zu dem etwa Befestigungslösungen gehören, um sie an Fahrrädern, auf dem Surfbrett, auf dem Tank eines Motorrads oder wo auch immer anzubringen. Zudem sind sie in der Regel mit einem kleinen Unterwassergehäuse ausgerüstet, das in vielen Fällen Tauchgänge bis zu 40 oder gar 60 Meter erlaubt und damit gegenüber normalen Outdoor-Kameras gewisse Vorteile bietet. Fast immer sind diese Kameras bevorzugt für Videoaufnahmen in Full-HD- oder HD-Auflösung konzipiert und bieten nur eine geringe Fotoauflösung, die künstlich hochgerechnet wird. Außerdem beschränken sie sich häufig auf Weitwinkelaufnahmen, sodass sie insgesamt weniger flexibel sind.

Fazit vom Outdoor Kamera Test

Outdoor Kamera Test Fazit

Outdoor-Kameras sind nicht nur für Extremsportler praktisch. Auch im Familienurlaub helfen Wasserfestigkeit, Protektion bei Stürzen und Schutz vor Staub und Schnee. Bedienung und Aufnahmeleistung der Kameras entsprechen denen normaler Kompaktkameras. Preislich liegen diese Freiluftspezialisten über dem Niveau von Standardmodellen, da ihr Aufbau deutlich aufwändiger ist. Dennoch kann sich der Aufpreis lohnen, denn er ist immer noch günstiger als der Verlust einer ungesicherten Standardkamera, die ins Wasser fällt. Der Einstieg lohnt sich also!

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